Sex & Drogen

Sex & Drogen

Des Menschen Wunsch nach Sinnlichkeit, Wollust, Rausch und dem Erreichen höherer Bewußtseinsebenen, ausgelebt in Verbindung mit ekstatischen Ritualen, natürlichen Drogen, religiösen Zusammenkünften, Fruchtbarkeitsfesten – all das hat sich jahrtausendelang als fester Bestandteil menschliche Kultur entwickelt, seit wir mit der Keule durch den Urwald gejoggt sind.

Spiritualität und Sexualität waren einst unter einem Dach vereint, es galt durch das Sinnliche, Sexuelle und Ekstatische die Verbindung zur Natur und zu den Göttern aufzunehmen. Hohepriesterinnen und Schamanen verteilten in heidnischen Stammesritualen die Pflanzen der Götter als Zeichen der Zusammengehörigkeit, zum gemeinsamen Erleben ekstatischer Freude und sensationeller Sinneserfahrungen.

Das sinnes- frauen- und lustfeindliche Vorgehen des christlichen Zeitalters gestützt von kirchlichen und politischen Konstitutionen, kulturellen Regeln und religiösen Tabus unterbrach vor langer Zeit die natürliche Verbindung des Menschen zu seinem Körper und der Natur, zu sinnlichen Erfahrungen und Anbetungs – und Verehrungsritualen der Natur, mit der Folge, dass die Gesellschaft sich hin zur Prüderie entwickelte und die sexuelle Energie unterdrückt wurde, besonders die der Frau. Wusste man doch in Vergangenheit um die große Macht weiblicher Sexualität und verehrte sie als Bringerin des Lebens. Die Drogen wurden durch Askese verbannt und hier und da durch Alkohol ersetzt. Da man nicht mehr der Natur und der ihr innewohnenden Göttlichkeit Respekt entgegenbrachte, sondern sie personifizierte und ans Kreuz verbannte, schwand auch die innige Beziehung zur Natur, in letzter Konsequenz auch eine der Ursachen, deren Auswirkung wir heute überall sehen: Umweltzerstörung.

Mit der Rückkehr der alten, treibenden Rhythmen rumort das heidnische – sinnliche Revival in den starren Institutionen und untergräbt deren Moral, Anstand und Sitte. Seit den Swinging Twenties, der Zeit in der Jazz die kultivierte Welt erreichte, löste sich die Musik vom Dirigenten, plötzlich war da freie Improvisation, synkopische Musik, ausgeklügelte Soli, Jam Sessions – Freiheit schrie es aus allen Poren! Die 60er mit ihrer heidnischen, körperlichen und sinnsuchenden Explosion, Rock ´n Roll als „wunderliche Verquickung afrikanischer, polytheistischer Rhythmen und europäisch – heidnisch – keltisch – druidischer Texte“, verändert die Welt. Die Rhythmen längst vergangener, sinnlicher Rituale finden sich versteckt in den neuen Beats der rebellischen Musik. Was hat Elvis Hüftschwung die Damen zur Ekstase gebracht! Entfesselte Weiblichkeit mit all ihrer Energie, später liebestolle Hippies und Blumenkinder im Drogenrausch. Heute trifft sich die tanzwütige, erlebnishungrige und sinnsuchende Gemeinde zu Love – Ins, Festivals und in riesigen Tanztempeln zu stampfenden Techno – Rhythmen, die entfernt an die Trommeln des Urwalds erinnern und den gleichen Effekt haben: sich in Trance zu tanzen.

Und da sind sie wieder, die Bedürfnisse der Menschen nach Sinnlichkeit, Rausch, Hingabe, Verschmelzung -ausgebrochen aus der starren Kruste der Verbote, Befreiung von den Imperativen und Zielen der Gesellschaft und vom unreflektierten Überneh­men der traditionellen Moralvorstellungen. Erst als befreiter Mensch ist man in der Lage, sich eigene philosophische Werte zu schaffen. Diese Entwicklung ist, wie wir also sehen, nicht neu und nicht erst seit gestern da, nur heute wird auf allen Kanälen darüber berichtet: Menschen benutzen Drogen gezielt um bestimmte Situationen zu erleben. Generation Zügellos und Generation Porno! Erlaubt ist, was gefällt.

Menschen die Sex unter Drogen erleben, berichten von intensivem, ausschweifendem, hemmungslosem, langem Sex, der Überwindung von Tabus und Schranken ihre Erziehung und Herkunft. Sie berichten vom Bewältigen einschränkender Lebensmuster und Erreichen sexueller Erweiterungen, die dann auch ohne Drogen verfügbar sind, also dauerhafte enthemmende und befreiende Wirkung auf das Sexualleben haben. Paare und Singles experimentieren mit aphrodisischen, psychedelischen Substanzen und erweitern ihr sexuelles Erleben, es wird abgestimmt konsumiert, um bestimmte sexuelle Effekte zu erzeugen.

Doch ich will nicht verschweigen, dass all dies auch dunkle, schattenhafte und zerstörerische Seiten hat. Manche reden gar vom Drogenkonsum als Feizeitbeschäftigung. Es gibt eben einen Unterschied zwischen Drogen gebrauchen und Drogen missbrauchen! Jeder Missbrauch ist schädlich! Solche Drogen Erfahrungen nicht als spezielle Highlights und besondere Feste (Ausnahmen) zu setzen, sondern durch ständigen Konsum die Drogen zu „alltagisieren“, in Abhängigkeit zu geraten (es zur Regel werden zu lassen) ist mit keiner Droge gut, aber das gilt für alle Drogen, auch für Alkohol und Nikotin. Wie schon Paracelsus sagte: Die Dosis macht das Gift!

Doch es ist mir nicht ganz klar, warum die psychedelischen und harmonisierenden Drogen kriminalisiert werden und Alkohol dagegen erlaubt ist, der nach anregender Wirkung schnell dumpf betäubt, viele aggressiv macht und nachweislich größere Abhängigkeiten und volkswirtschaftliche Schäden hervorbringt als Hasch, LSD, Speed und Extasy zusammen.

Zitat Lebenshilfe: „In Deutschland werden pro Jahr etwa 40.000 Alkoholtote gezählt, laut Statistik sind 2,5 Millionen Menschen alkoholabhängig und 600.000 bis 1 Million gelten als Alkoholiker. Damit ist der Alkoholkonsum die drittgrößte vermeidbare Todesursache – nach dem Rauchen und den Folgen von falscher Ernährung und Bewegungsmangel.“ Es hat noch nie einen Hasch oder LSD Toten gegeben und nur vereinzelte Todesfälle mit Extasy, die aber eher auf einen unvernünftig hohen Mischkonsum (u.a. mit Alkohol!) zurückzuführen waren und nicht durch die Droge selbst verursacht wurden. Wenn man danach geht, müsste die Drogenpolitik eigentlich grad umgekehrt sein, oder?

Warum verabreicht man nicht durch die Pharmaindustrie gut und sauber produzierte Drogen über Apotheken, nimmt Steuern darauf und beendet den Wahnsinn, Menschen für ihren Wunsch high zu sein und der Welt zu entrücken, zu kriminalisieren?? In Holland arbeiten Arbeitslose auf Hasch – Plantagen und MDMA, die Grundsubstanz von Extasy wurde bis in die 60er Jahre von der Firma Merck hergestellt. Warum nicht auch weiterhin? Drogen darf man nicht konsumieren, aber ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren… das sind doch nur Schranken und Vereinbarungen in unseren Köpfen, die es Zeit wird zu überdenken!

REALITÄT IST VEREINBARUNGSSACHE!!!   

In diesem Sinne  Dominique

Weniger Realität und mehr gelebter Traum im Insomnia! Dem Treffpunkt für heidnische, sexuelle Rituale: www.insomnia-berlin.de

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