Swipe and Match

Tinder heißt der großen Online-Gewinner der vergangenen Jahre.

Was 1995 mit Match.com auf Desktop-Rechnern begann und sich über zwei Jahrzehnte über Browser-Matches bis zum Smartphone-Spiel entwickelte, ist im Moment der heißeste Trend in der Welt der Social-Portale.

Zwei Milliarden Dollar schwer ist der Markt, der allein in den USA auf 40 Millionen Apps verbreitet ist. Aber auch ihren direkten Einfluss in das ganz normale Leben haben die Dating-Portale in den vergangenen Jahre spielend bewiesen: Jede dritte Ehe des vergangenen Jahrzehnts soll im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihren Start beim Matching via Touch-Screen und Keyboard gehabt haben.

Die kleinen Handyprogramme haben alle Arten von Sex Datings revolutioniert und sicherer gemacht. Und dabei ist die Sache ganz simpel: Kleine Porträt-Screens mit minimalen Profilangaben werden einfach solange nacheinander „geswipet“, bis ein Treffer markiert wird. Hat die Gegenseite dieselbe Wahl getroffen, kommt es zum „Match“ und das Spiel mit dem Kennenlernen und dem späteren „Date“ darf beginnen! „Bis zu 10.000.000 mal am Tag passiert das weltweit“, gibt Tinder in eigener Pressemitteilung dazu an.

Wie immer beim Spiel um Liebe und Sex, sind die moralischen Bewertungen und Urteile zügig auf der Tagesordnung: Fragen wie „Hat Online-Dating eigentlich die Welt verbessert?“ oder „Ist das der Tod der Romantik?“ oder „Verlieben wir uns im Jahr 2030 noch“ und „Wie wird Dating in zwanzig Jahren aussehen?“ treibt die Liebes- und Beziehungsforscher zu tollen Diskussionen und Antworten.

Grundsätzlich sind sich alle Meinungsmacher einig: Dating-Apps entwickeln sich im Großen und Ganzen zu einer sinnvollen und nützlichen Sache, solange Menschen die wichtigste Reihenfolge dieses Prinzips akzeptieren: Vor jedem Online-Dating steht nämlich das Online-Treffen und erst dann kommt es zum echten Dating. Echte Beziehungen, die daraus entstehen, sind dabei eher eine Seltenheit und eine Alternative auf der Suche nach einer Partnerschaft will das Tindern auch nie werden. Nähe, Romantik und Vertrauen kann dieses System nämlich kaum ersetzen. Es gibt Menschen, die tatsächlich zwei oder drei Matches in jeder Woche klarmachen, ohne jemals ein Interesse an einer ernsten Beziehung zu haben. Kontakt mit Menschen beim zufälligen Sex und das Ausleben ihrer Fantasien steht dabei im Vordergrund. Das virtuelle „online“ via tinder und GrindR sind dafür der beste Start.

Bild: I-vista  / pixelio.de

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