Subkultur wird Kultur- Vom Hinterhof zum Nobelclub!

Das waren noch Zeiten, als Großvater erzählte , was sich in dem alten Haus hinter der Hauptstrasse befand.„Schmuddelkram, leichte Dirnen, perverse Typen, sollen mal anständig arbeiten gehen!“ krächzte es immer aus seinem Halse.
Jahre später begriff ich erst , was er meinte. Die „Berolina Bar“, tatsächlich leicht versteckt hinter der Hauptstrasse, abseits des Dorfes. Als wir Jugendlichen begriffen um was es sich  bei der Bar handelte, gab es für uns nur noch ein Ziel. Wir mussten da rein!
Doch irgendwie hatte Opa recht! Als wir eines Abends dort ankamen, verstohlen und heimlich dort hin schlichen, war das Erstaunen groß. Zwei Damen, das Alter schwer einzuschätzen, circa nahe vorm Friedhof und die drei  dorfbekannten Möchtegern-Rocker. Alle waren mehr oder weniger besoffen. Sie boten einen Anblick, der allen Vorurteilen recht zu geben schien!

Und heute?
Es ist verschwunden! Das Schmuddel Image des Hinterhofclubs!

Wir haben gelernt! Gelernt, das Sexualität zu uns gehört , so wie uns auch das tägliche Gras bzw. Bier ( je nach Veranlagung ) begleitet.
Erotik ist überall präsent und wird uns an jeder Ecke auf die eine oder andere Art  verkauft und präsentiert.
„ Sex-Positive Welle“ „ New Kinky Party“ „ Erlebnisparty“ die Ausdrücke der heutigen Generation, die deutlich machen, was am Wochenende angesagt ist.

Austausch von Körperflüssigkeiten ohne Hemmungen, ohne Gewissensbisse.
Feiern, Tanzen und Vögeln!  Alles in einem Ambiente!
Mein Großvater würde sein Kriegsgewehr wieder auspacken ,wenn er wüsste,  das ausgerechnet sein Enkel  sein Leben dem verschrieben hat, was er so täglich verflucht hat, nach dem Erbseneintopf von Oma.

Nun weiß ich zumindest,  warum ich damals als Junge grinsen musste! Mein Schicksal hat mir wohl schon geflüstert, daß es mein Leben bestimmen wird und ich damals irgendwie Großvater damit zeigen wollte :„Wenn Du wüsstest was Du verpasst, Opa!“
Endlich rausgeholt aus der dunklen Nische der Schmuddeleien,  die keine sind,  sondern uns immer nur weiterbringen auf dem Weg, meist zu uns selbst!
Das Intimste bereit zu geben, das Schönste bereit zu empfangen!

Oder ! Um es mit Dominique`s Worten zu sagen:
„Wer frei vögeln kann, kann auch frei denken!“

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