Die Geliebte ! Femme fatale oder die Schattenfrau?

Ist sie eine Frau zweiter Klasse, weil sie bewußt und freiwillig eine Affäre mit einem gebundenen Mann eingeht und sich dafür hemmungslos über alle moralischen und gesellschaftlichen Ansprüche hinwegsetzt?

Es gibt sie zuhauf mit einer erschreckend hohen Dunkelziffer.

Was bringt Frauen und seltener auch mal Männer dazu, in eine solche Rolle zu schlüpfen?

Sie sind das, was die Beschreibung hergibt: Liebende!

In den allermeisten Fällen beginnt eine Affäre nicht primär sexuell orientiert, sondern emotional. Es geht nicht um einen einmaligen Seitensprung, hier ist das Gesamtpaket einer Parallelbeziehung gefordert.

Männer, die eine Affäre suchen, sehen sich nicht befriedigt ihre meist vorrangig sexuellen Defizite quasi anonym bei einer Hure zu suchen, die für ihre Dienste fair bezahlt wird. Es reicht ihnen auch nicht, um des reinen ” ficken-wollens” in Sex- oder Swingerclubs zu gehen. Sie suchen die Seelenverwandtschaft, die leidenschaftliche, emotionale Intimität; die Liebe auf Abruf.

Sie sind gebildet, feinfühlig und rücksichtsvoll, andererseits aber pragmatisch und zielorientiert: sie wissen genau, was sie nicht wollen! Ihre scheinbar heile Welt gefährden. Sie haben es verlernt oder aufgegeben, ihre Wünsche über konstruktive Auseinandersetzungen in der Partnerschaft umzusetzen und suchen lieber stillschweigend nach Ergänzung, als den Partner zu verletzen oder gar zu verlieren.

Das ist wesentlich bequemer als offen eigene Wege zu gehen, wenn sich die Interessen nicht überschneiden, schließlich gilt es ja äußere Lebensstrukturen nicht zu gefährden und mögliche reale Optionen nicht zu verbauen.

Die Geliebte hingegen, ist sie denn emotional beteiligt, ist diejenige, die den Opfergang geht. Sie gibt alles für die wenigen, heimlichen Treffen und nimmt dafür lange Phasen des Wartens, der Rücksichtnahme, des Zurücksteckens und Erduldens in Kauf und bekommt dafür nicht wirklich viel zurück.

Sie ist die ” Inkognito-Dritte” im Bunde, die das Spiel mitmacht. Nach Spielregeln, die sie selbst niemals vorgeben kann. Um ihre zwei Leben führen zu können, gerät sie zunehmend in die soziale Isolation.

Gesellschaftlich wird sie dafür mit einem erhobenen Zeigefinger bedacht. Sie verstößt gegen Konventionen und Moral und gerät in den Mittelpunkt lüsternen Interesses, Kritik und Verurteilung ist ihr sicher. Mitgefühl erntet die “betrogene” Partnerin.

Die Geliebte ist keine skrupellose Egozentrikerin. Sie hält verlogene, monogame Beziehungen eher aufrecht, als das sie sie zerstört. In 80 % der Affären bleibt sie die langjährige Schattenfrau!

Also! Ihr Schattenfrauen da draußen! Laßt euch nicht verheizen! Seid egoistisch, seid emanzipiert ! Alle eure Geschichten sind unterschiedlich, doch haben sie eines gemein: den Glauben , eine besondere Liebe gefunden zu haben. Das mag vielleicht sogar so sein, vielleicht ist es sogar nicht einseitig! Aber ohne offene Umsetzung hat auch das in einer geschaffenen Parallelwelt keinen Bestand.

Sex ist okay! Denn um den geht es in den meisten Fällen vorrangig, eben Sex mit besonderem Anspruch.

Aber bitte keine Gefühle! Ihr seid die Leidtragenden in diesem Dreierkonstrukt, mehr als der/die Betrügende oder die Betrogene.

Was meint ihr? Bin gespannt auf den einen oder anderen Erfahrungsbericht.

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