Gedanken zum ProstituiertenSchutzGesetz

Sex, die körperliche, emotionale, wilde und leidenschaftliche Seite der Liebe, hat viele Gesichter. Mal sanft, mal bestimmend, hingebungsvoll, versaut…?

Und um an Sex zu kommen wird erobert, becirct, umworben, beeindruckt…… gekauft….? – auf die eine oder andere Art & Weise?

Da wird die Dame schick ausgeführt, mit Geschenken umworben auf eine Reise eingeladen – wenn sie sich darauf einlässt und mit demjenigen verreist – ist sie dann eine Hure?

Da ist eine Domina, die einen Fußkuss schon als allergrößte Intimität für einen Sklaven zulässt oder eine Frau die einen Bondage Workshop veranstaltet und dazu ihre Freundin bittet, ihr „Modell“ zu stehen, eine Tantra Masseurin, die auch den Lingam und Yoni massiert… all diese Menschen sind seit heute Prostituierte im Sinne des neuen Prostitutions „Schutz“ Gesetzes und müssen sich als solche registrieren. Gebrandmarkt, abgestempelt mit Akteneintrag: PROSTITUIERTE

Das letzte Mal hatten wir so was 1939!

Dieses Gesetz schützt keine Prostituierte! Sexarbeiterìnnen müssen sich Zwangsouten und sich zwangsberaten lassen – das ist keine gute Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Der Staat greift mit einem übermächtigen Kontrollmechanismus ein, dieses führt zu einer Entrechtung von Sexarbeiterinnen und zu einer ideologisch motivierten Eindämmung der Prostitution bei maximaler steuerlicher Ausbeute.

Es trifft zunächst die kleinen, von Frauen selbstverwalteten Betriebe, die kleinen Wohnungsbordelle, die über die Stadt verteilt sind: sie erhalten Auflagen aus dem Bau – und Gewerberecht, die sie nicht erfüllen können. Prostitutionsstätten sind in Wohn- und Mischgebieten nämlich nicht erlaubt. Der überwiegende Teil von Berlin ist übrigens Mischgebiet.

Oder wenn sich zwei Mädels eine zwei Zimmer Gewerbe Wohnung teilen und gemeinsam betreiben, lt. Gewerberecht muss da sein: extra Personalräume, extra Personaltoiletten, Notausgang… das gibt die Location aber oft nicht her… da ist ja kein Massenauflauf, sondern es halten sich mal 3 oder 4 Personen gleichzeitig dort auf, das ist doch nun wirklich keine große Belastung? Aber nein, nun werden Gewerbemaßstäbe angelegt – einzig und allein darum, um diese Läden zu schließen – nicht um sie zu schützen.

Wisst Ihr wer überleben wird? Großbordelle, Männerdominierte finanziell gut aufgestellte Laufhäuser, organisierte Puffs mit harten Konditionen, die sich solche Auflagen aus der Portokasse gönnen.

Gut gemacht, Regierung!

Die Regierung entmündigt Sexarbeiter*innen in dem sie per se unterstellt, das die Frauen nicht für sich selbst entscheiden könnten, aus Zwangsverhältnissen kommen, keine Verantwortung für sich übernehmen könnten.

Das aber viele Frauen gern und bewusst Sexarbeit gewählt haben, selbstbestimmte, emanzipierte Frauen, die Lust an diesem Job haben, die gern ihre Sexualität ausleben – auch mit Fremden, die der Gedanke dafür auch noch bezahlt zu werden, eher antörnt… die damit ihr Studium oder Ausbildung finanzieren, und zwar in Bereichen der ganz normalen Jobs wie Rechtsanwältin, Zahnärztin, Kindergärtnerin, Psychologin etc.

Diese Frauen sind nun gebrandmarkt und haben den Huren Stempel in der Akte… das wird ihnen noch Jahre später auf die Füße fallen….glaubt Ihr nicht? Ein Beispiel: Angeklagt wird ein mächtiger Politiker… so eine Bekanntmachung des Huren Stempels in der Akte der bissigen, ehrgeizigen und äußerst talentierten Staatsanwältin bringt die ganze Sache mit einem Riesen- Zeitungsskandal zu Fall – und ist sie jetzt wirklich eine schlechtere Staatsanwältin, nur weil sie ihr Studium mit Sexarbeit finanziert hat? Es sind nicht immer nur die anderen Töchter!

Seit dem Erlass des ersten Prostitutionsgesetzes 2001 können Sexarbeiterinnen sich als selbständige Tänzerinnen, Masseurinnen, Escort, Darstellerinnen, Modell etc. mit einer eigenen Steuernummer beim Finanzamt anmelden und zahlen auch Steuern, wozu müssen sie mit einem eigenen Prostitutionsgesetz öffentlich für ihr Leben gebrandmarkt und gespeichert werden?

Diese Gesetz ist einzig dazu gemacht Sexarbeiterinnen zu kontrollieren und zu überwachen: die Unverletzlichkeit der Wohnung ist aufgehoben worden, d.h. Kontrollen könne ohne jeden Anlass jederzeit durchgeführt werden, Besichtigungen müssen erduldet werden und Personenkontrollen. Die Stasi hatte ähnliche Befugnisse.

Super, Regierung!

Ich will nicht verhehlen, dass es in diesem Bereich auch schwarze Schafe gibt – die gibt es aber auch an der Börse, im Baugewerbe und vor allem bei den Banken – doch die unterliegen nicht solch rüden Gesetzgebungen – obwohl es bei denen viel angebrachter wäre als Frauen per Gesetz vor sich her zu treiben, die sich mit ein paar kleinen Fickereien nebenbei was verdienen wollen.

Natürlich möchte ich auch nicht darüber hinwegsehen, dass sich nicht alle Frauen freiwillig und selbstbestimmt dafür entscheiden können, doch diese Frauen sind gedeckt durch bereits bestehende Gesetze wie Menschenhandel, Nötigung, Körperverletzung etc.

Es war nicht notwendig eine weitere Stigmatisierung des ältesten Gewerbes der Welt und dem großen Anteil der freiwilligen, selbstbestimmten Sexarbeiterinnen vorzunehmen. Dieses Gesetz ist wie eine Kriegserklärung an die gesamte Sexarbeit – verordnet von Moralinsauren Bürokraten ohne Empathie für die Situation und den Zeitgeist.

SexarbeiterInnen haben die gleichen Rechte wie jeder andere Mensch auch, sich frei für einen Beruf entscheiden zu dürfen ohne dafür verurteilt und gegängelt zu werden. Sie haben das Recht auf Nichtdiskriminierung – anstatt solche rigiden Prostitutionsgesetze zu verabschieden, sollte lieber am Anti – Diskriminierungsgesetz gearbeitet werden und es sollte heißen: Niemand darf wegen seiner Ausübung im Prostitutionsgewerbe diskriminiert oder benachteiligt werden. Das wäre doch mal ein gutes neues Gesetz!

Leave a Reply

%d bloggers like this: